Matt Willis: das Beste zweier Welten

Matt Willis begann Dudelsack zu spielen im Rahmen traditioneller Pipe & Drum-Bands. Der seit seinem siebten Lebensjahr musikalisch aktive Willis war achtzehn Jahre alt, als er bei Wade Harper und Ken Liechti von den Silver Thistle Pipes & Drums die Sackpfeife erlernte. 2001 nahm er sogar an den World Pipe Championships teil. Außerdem spielte er von 2000 bis 2004 mit Silver Thistle.

Dann kontaktierte ihn die bekannte Folkrockband The Killdares und fragte an, ob er bei ihnen die Pipes, Whistles und Flöten spielen wolle. Willis griff spontan zu und probierte auch schon mal eine elektronische Bagpipe aus, weil er die Stimmungsprobleme des Dudelsacks im Livebetrieb einfach nervig fand. Allerdings wurden seine Erwartungen an Handlichkeit und Zuverlässigkeit nicht erfüllt. Dann standen die Killdares einmal mit der kanadischen Topband Gaelic Storm und ihrem Grade 1 Bagpiper Peter Purvis gemeinsam auf einer Bühne und Willis war sehr beeindruckt von dem kraftvollen Sound, den Peter Purvis seiner Great Highland Bagpipe entlockte. Es war Willis zunächst gar nicht klar, dass er hier einen elektronischen Dudelsack vor sich sah. Diese Erfahrung veranlasste ihn jedenfalls dazu, sich selbst eine redpipe zu kaufen.

Matt Willis mit seiner redpipe classic

Vor allem ging es ihm dabei wie gesagt um das stabile Tuning.
Die Killdares sind in Texas beheimatet und spielen oft während der heißen Sommer auf Freiluftevents, was für traditionelle Dudelsäcke eine extreme Herausforderung darstellt. Und auf ihren Tourneen kommen sie häufig von einer klimatischen Situation ind eine völlig andere. Die redpipe erwies
sich für diese Herausforderungen als optimal geeignet, da sie auch unter härtesten Bedingungen ihre Stimmung behält.

Matt Willis lernte darüber hinaus aber auch schätzen, dass die redpipe keine Lautstärke entwickelt wie akustische Pipes – außer der gewünschten auf dem Bühnenmonitor . So gibt es keine Rückkopplung und kann viel besser über die PA abgenommen werden. Außerdem erlaubt dies der Band, auch in kleineren Locations aufzutreten, ohne die anderen Instrumente mit dem Dudelsacksound zu erschlagen. Und noch weitere Vorzüge erschlossen sich dem Texaner nach und nach, als er vertrauter mit der redpipe wurde.

Für ihr letztes Studioalbum nahmen die Killdares einige Stücke mit der Uilleann Pipe auf. Live sorgte das für größere Probleme: „ Für mich war es immer ein Alptraum, die Uilleann Pipe live mit dem Mikrofon abzunehmen“, sagt Willis, „aber nun kann ich den Sound der Uilleann Pipe ziemlich gut reproduzieren, indem ich die redpipe auf „D“ stimme, sie dann über MIDI mit meinem Macbook verbinde und dort ein sehr gutes Sample von
Uilleann Pipe sounds ansteuern kann inklusive der zweiten Oktave und einiger gewollter Unsauberkeiten. Außerdem erspart mir die redpipe ‘classic’ das Blasen und dadurch kann ich background-vocals beisteuern, während ich sie spiele.“

Matt Willis mit seiner redpipe caledonia

Während es zunächst nur um die Stimmung ging, erwies sich schnell, dass die freie Wählbarkeit der Tonart mindestens ein ebenso großer Vorteil der redpipe ist. „Ich kann jetzt Sachen spielen, die mit einem akustischen Dudelsack einfach nicht möglich sind. Und das Umschalten zwischen verschiedenen Tonarten und Sounds ist mit den zehn Preset-Speicherplätzen gar kein Problem.“
Das neueste Killdares Album „Steal the sky“ beinhaltet beispielsweise einen Song in C-moll, unmöglich zu spielen mit normalem Dudelsack. „Aber die redpipe erlaubt mir Songs in allen möglichen Tonarten zu komponieren und das ist für den Sound der Killdares eine große Bereicherung.“

 

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