Big in Japan Redpipes im Land der aufgehenden Sonne

Der Dudelsack ist eigentlich ein exotisches Instrument in Japan. Aber es gibt eine kleine Stadt in der Präfektur Hokkaido wo man nicht nur hervorragenden heimischenWhiskey bekommt, der nach nach altem schottischem Rezept destilliert wird, sondern man kann auch regelmäßig Dudelsack-Musik hören. Das liegt daran, das die Stadt Yoichicyo Partnerstadt des schottischen Städtchens Bishopbriggs in der Region East Dunbartonshire ist.

Masashi with Fareeha

Die meisten Leute in Japan kennen Dudelsackklänge vor allem aus Videospielen oder Animationen, die das europäische Mittelalter zum Thema haben.

Für Masashi Takazawa war es deshalb ein Glück, das ein Kollege von ihm, Yoshiaki Gosha, einen richtigen Dudelsack spielte und mit seiner Band CELTECHADENZA zu den wenigen Top-Bagpipern in Japan zählt. Masashi war dem Klang der Bagpipe sofort erlegen. Musik hatte ihn schon seit jungen Jahren begleitet, seit er mit fünf Klavierunterricht bekam. Später lernte er auch Gitarre und Schlagzeug zu spielen.

Schließlich entschied er sich, es auch mit dem Dudelsack zu probieren und Yoshiaki empfahl ihm, es mit einer elektronischen bagpipe zu versuchen, wohl wissend, dass von zehn Leuten, die mit Dudelsackunterricht beginnen, nach einem Jahr neun wieder aufgeben, weil es ein so schwieriges Instrument ist. Wie die meisten Dudelsackspieler in Japan begann Masashi, sich das Spielen selbst beizubringen. Es gibt nur wenige Plätze in Japan, wo man Dudelsackunterricht bekommen kann.

Er googelte nach dem richtigen Instrument für ihn und entschied sich für die redpipe Caledonia, weil er ein großer Fan der Great Highland Bagpipe ist. Außerdem wusste er, dass einige seiner Bagpipe-Idole wie Stuart Cassells (Gründer der Red Hot Chili Pipers), Münggu Drachentöter oder Gwendolen Rowe von Celtica auch redpipe spielen.

Mittlerweile ist Masashi gut gebucht mit seinem ‘Projekt Mian’, das aus ihm und einer jungen Geigerin besteht. Mian ist das gaelische Wort für Hoffnung und Masashis sagt scherzhaft: „ Wenn Du ein Instrument spielst, hast Du auch als Mann in den Vierzigern noch die Chance und die Hoffnung, nette jüngere Frauen kennenzulernen.“

Andere Projekte sind beispielsweise die Kooperation mit der orientalischen Tanzgruppe Fareesha sowie ein Irish Dance Projekt.

Seit er seine redpipe hat, kommen viele Angebote, auf Veranstaltungen zu spielen. „In meinem Land gibt es eine potentielle Nachfrage nach Dudelsäcken, nur geben zu viele Leute frühzeitig auf. Deshalb sind die wenigen, die durchhalten, sehr gefragt.“

Was er am meisten schätzt an der redpipe, ist die Tatsache, dass er in jeder Location spielen kann, weil er die Lautstärke anpassen kann und keinerlei Stimmprobleme hat. Masashi probiert auch ganz gerne mal den Einsatz von Effektgeräten in Kombination mit der redpipe, so wie man das von Gitarristen kennt. Aber am wichtigsten ist für in, dass er mit der 440 Hz-Stimmung kompatibel ist mit anderen Musikinstrumenten oder auch CD’s und dass er die Tonart frei wählen kann.

Vielleicht werden wir also in Zukunft mehr von japanischen Dudelsackspielern hören – wenn Pioniere wie Masashi weiter den Weg ebnen.

 

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